Workshop *Geisterswirls* /II. Quartal 2017

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Aconita
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Re: Workshop *Geisterswirls* /II. Quartal 2017

Beitrag von Aconita » Freitag 19. Mai 2017, 18:14

Ich habe meine Einöl-Mangobutterseife nicht ordentlich in die Form gebracht, weil sie sehr angedickt ist. Die hat durchaus Einfluss aufs Andickverhalten.

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Gabi
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Re: Workshop *Geisterswirls* /II. Quartal 2017

Beitrag von Gabi » Freitag 19. Mai 2017, 18:32

Ok, dann probier ich den nächsten ohne :smilie_be_039:

Die Farbgebung ist auch echt nicht geglückt mit der roten Tonerde... ich hab ein Bild der noch nicht ausgeformten Seife mal im ugly- soap- contest hochgeladen:

viewtopic.php?f=16&t=155&p=1104299#p1104299

Aber zarte Gemüter seien vorgewarnt - der Anblick ist irgendwie rüde
liebe Grüße, Gabi

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sapo
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Re: Workshop *Geisterswirls* /II. Quartal 2017

Beitrag von sapo » Freitag 19. Mai 2017, 19:29

puh, das war ja ein spannender Bericht hatte beim Lesen die luft angehalten, jetzt ärgere ich mich das ich meinen Geist nicht beobachtet habe beim geistern. Ich wollte ihn nicht stören und habe ihn gut eingepackt und weggestellt.
Schade das es mit der farbe nicht so dolle geworden ist.

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Gabi
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Re: Workshop *Geisterswirls* /II. Quartal 2017

Beitrag von Gabi » Freitag 19. Mai 2017, 19:40

Rote Tonerde "Terra Ercolano" von VvW (ich glaub, die ist farblich mit Eisenoxyd gepimpt), 1% bezogen auf GFM in die Ölmischung gerührt. Leim geteilt, 2/3 haben eine 1,2:1 Lauge bekommen, 1/3 hat eine 2,4:1 Lauge bekommen. Das Ergebnis sieht auf den ersten Blick eindeutiger aus, als es tatsächlich ist:

Bild

Bild

Klar zum Niedrigwasserteil gehört der fleischige Hauptfarbton (ich nenn das Grausen jetzt mal nicht "rot"). Und klar zum Hochwasserteil gehören die weißen Flecken. Aber dann wird es kompliziert. Ich habe natürlich die Seiten fotografiert, die ein Muster haben, das sind aber nicht alle. Der weiß- fleckige Kram macht jedenfalls bestimmt kein Drittel der Seife aus. Im Bereich des weiß- fleckigen sind dunkler- fleischige Zonen, die noch eine Idee dunkler sind als der Hauptleim (zu wenig Unterschied, um auf dem Foto deutlich zu werden). Die müssten gefühlt rein mengenmäßig auch noch zur Hochwasserseife gehören.

Edit: und ja, zu früh geschnitten, ich werde sie nochmal hobeln müssen wenn sie fertig ist mit dem ungleichmäßigen schrumpfen.

Edit 2: und ich muss mich bezüglich des ersten Beitrags korrigieren - das, was zügig aber gleichmäßig zu Pudding geworden ist, war der Niedrigwasserteil. Die Sauce mit den plötzlich entstehenden "Klöpsen" war der Hochwasserteil.

Edit 3: die gruselige Farbe mal beiseite, aber die Textur des Niedrigwasserteils ist gigantisch gut! Bissi Erde ins Öl, 1,2:1 Lauge- wenn ich mir das Ergebnis so angucke, würde ich es eigentlich ab sofort immer so machen wollen - wenn da nicht die Temperatur wäre. Eine Seife, die aus dem Stand in Nullkommanix auf 67° springt, geht ja nicht gerade pfleglich mit dem Duft um... und für eine gerade ausgeformte Seife riecht sie auch nicht sonderlich intensiv, muss ich sagen.
liebe Grüße, Gabi

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Re: Workshop *Geisterswirls* /II. Quartal 2017

Beitrag von Waldhexe » Freitag 19. Mai 2017, 20:16

Habe auf Youtube noch ein paar Video gefunden, die auch nach Auntje Clara und Kevin Dunn gehen. Es ist auch noch gar nicht sooo lange her, als die eingestellt wurden.
https://www.youtube.com/watch?v=mpY-w6yD5SY
(hoffe, es funktioniert so)

@Gabi, das ist echt schade mit deinen roten Tongeist, wenn aber auch spannend.
Das muss ich mir auch nochmal in Ruhe ein 2. mal durchlesen.

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Re: Workshop *Geisterswirls* /II. Quartal 2017

Beitrag von Gabi » Samstag 20. Mai 2017, 06:21

Ich muss auch hier mal die "Terra Ercolano" Erde von VvW rehabilitieren: aus dem fleischfarbenen Grauen ist ein traumschönes Paprikarot (jawohl, richtig, richtig rot) geworden. Ich liebe es! Sobald besseres Licht ist, stell ich die in die Galerie.

Und ich mach mich dann gleichzeitig auch mal frei von der Idee, unbedingt mit flüssigem Seifenleim arbeiten zu müssen - heiße Pudding Geister ergeben die schönsten Stein Marmorierungen :smilie_happy_011:
liebe Grüße, Gabi

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Re: Workshop *Geisterswirls* /II. Quartal 2017

Beitrag von Skyler » Samstag 20. Mai 2017, 08:09

Viele sagen Mangobutter dicke an... ich verseife auch ganz gerne 20% und konnte dies bislang nicht feststellen.

Gabi deine Versuche sind mega spannend - schade, wegen des vorschnellen andickens, auf das Ergebnis bin ich richtig gespannt und hoffe, wir sehen es bald.

Edit: Ich komme zu spät und du hast es ja schon gezeigt! Sie sehen herrlich aus :g040: :g040: :g040:
Liebe Grüsse aus der Schweiz Sandra
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Re: Workshop *Geisterswirls* /II. Quartal 2017

Beitrag von Gabi » Samstag 20. Mai 2017, 08:40

Beide Leime haben gegelt, nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten und bei sehr unterschiedlichen Temperaturen (67° Oberflächentemperatur beim ersten und 49° Oberflächentemperatur beim zweiten). Die erste, heiße Gelphase entstand, so weit ich sehen konnte, direkt aus dem Puddingstadium, die zweite, kühlere, nach einer vorübergehenden Verfestigung dieses Leimteils.
Meiner vorsichtigen Meinung nach liegt die Ursache für die Musterbildung nicht im gegelt/ ungegelt Zustand, sondern eher in der absoluten Temperatur, der die Leime an der Grenzfläche zum Nachbarleim ausgesetzt sind. Eine "normale" 33% Wasser Seife geistert ja nicht rum, nur weil sie an den Formenrand stößt. Aber der ist normalerweise auch nicht so brutal heiß wie die benachbarte Niedrigwasserseife beim Ghostswirl.

Edit: das müsste man eigentlich testen können. Nehmen wir mal an, ich stelle etwas heißes, was keine Seife ist aber die Temperatur über eine gewisse Zeit hält, z.B. ein vorgeheiztes Edelstahl Vollmaterial einer gewissen Dicke, in eine Form voll pigmentierter Hochwasserseife. Kriege ich dann in den Randzonen auch die charakteristischen Geistererscheinungen?

Und noch ein Edit:
Ein Foto vom Geschirr der gestrigen Seife, gerade aufgenommen, das ich euch nicht vorenthalten möchte:

Bild

In dem helleren Messbecher war der Niedrigwasserleim, in dem dunklen der Hochwasserleim. Mit dem Auskratzen von Gefäßen konnte ich mich gestern nicht mehr aufhalten, dafür war die Seife zu schnell. Aber dadurch hab ich jetzt wieder ein Bisschen was zum Nachdenken :c041:

Unterstellen wir mal, dass keiner von diesen Seifenresten an der Gefäßwand gegelt haben kann und das beide voraussichtlich ungefähr bei Raumtemperatur angetrocknet sind (ist das eine vernünftige Annahme?). Dann hat alleine das Wasser die Farbe in dem Hochwasserteil verblasst. Wobei das auch nicht so 100%ig stimmt: man kann nämlich noch ganz gut Spuren von dem sehen, was ich mit "Bröckchen in Tomatensauce" meinte. Und die Bröckchen, die das Puddingstadium erreicht haben, sind dunkler. Die Seife, die beim Antrocknen noch recht flüssig war, ist hell. Die Hochwasserseifenreste sind ferner komplett verascht, die Niedrigwasserreste frei von Asche. Alle diese Beobachtungen treffen ziemlich genauso auch auf die Seife aus der Form zu, wo beide Leime gegelt haben.

Also irgendwie scheint mir hier Gel oder nicht Gel nicht der ausschlaggebende Faktor für die Farbintensität zu sein. Pudding oder nicht Pudding schon eher, und dann noch die Laugen Konzentration.

Ich kann nicht beschwören, dass ich beide Leime genau gleich gerührt habe, aber ich habe sehr wenig gerührt. Eine Schwierigkeit dabei lag darin, dass die in die Fette eingerührte Tonerde von vorneherein den Ölfilm auf der Emulsion maskiert hat. Ich konnte nur rein nach der Konsistenz gehen, habe aber das meiste von Hand gerührt und beim allerersten Anziehen gestoppt. Ich habe nur gehofft, dass dieses Anziehen bei 39° keine false trace sein konnte, sicher war ich mir bei der Fettkombi aber nicht.

Die eingeformte Niedrigwasserseife hat sich brav gleichmäßig vom Emulsionsstadium über Creme in Pudding verwandelt, wenn auch ziemlich schnell. In der Hochwasserseife hingegen sind noch während des Eingießens Puddingklümpchen direkt aus dem Emulsionsstadium unter Umgehung des Cremestadiums entstanden: das ist das ungleichmäßige, was man auch im Becher sieht.
liebe Grüße, Gabi

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Re: Workshop *Geisterswirls* /II. Quartal 2017

Beitrag von Skyler » Sonntag 21. Mai 2017, 06:11

Das sind sehr interessante Ausführungen Gabi :hallo:

Ich wollte gestern einen Tiger Swirl machen, doch leider ist mir kurz vor Start ein Missgeschick passiert. Ich hatte zwei Leime mit unterschiedlichem Wassseranteil und leider einen Topf umgestossen, sodass mir die Hälfte davon über die Arbeitsplatte gelaufen ist :smilie_girl_004: Also musste ich kurzfristig umdisponieren, was die Technik betrifft und hab einen Bügelswirl gemacht:

Bild

Ich habe das NaOH geteilt und einmal mit 1.2fachen Wasseranteil angerührt und einmal mit 2.4fachen Wasseranteil angerührt. Mir gefällt das Ergebnis. Beduftet ist sie mit Zedernholz, Neroli und Patchouli :sabber_2:

Kürzlich hab ich ein älteres Seifenstück (1 Jahr alt) ausgepackt und angewaschen. Sie war mit Zedernholz beduftet und roch so intensiv, wie am ersten Tag.
Liebe Grüsse aus der Schweiz Sandra
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Re: Workshop *Geisterswirls* /II. Quartal 2017

Beitrag von Gabi » Sonntag 21. Mai 2017, 08:12

Skyler, schön ist die geworden!
Welche Zeder ist denn so haltbar? Atlas und Himalaya kenne ich, aber da gibt es glaube ich noch ein paar mehr...

Bei mir ist nachher ein Versuch mit Lorbeeröl dran...
liebe Grüße, Gabi

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