Destillieren von Hydrolaten und äth. Ölen

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Michaela
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Destillieren von Hydrolaten und äth. Ölen

Beitrag von Michaela » Mittwoch 3. April 2013, 13:47

Nachdem sich etliche Forumenmitglieder mit Destillen zu meinem Beitrag "Hydrolate als Laugenanstatz" gefunden haben, freue ich mich schon auf den Erfahrungsaustausch mit Euch direkt über unsere Destillen!

Ich habe eine - angemeldete! - zehn Liter Destille Alembik mit Kollone. Mit der ich Rosen-, Lavendel-, Melissen- und Geraniumwasser destilliere. Die Ausbeute der äth. Öle ist eher gering, aber nicht zu verachten!

Damit verwerte ich die Rosen und Anderes auf dem Garten!

:p040:
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Texasgirl

Re: Destillieren von Hydrolaten und äth. Ölen

Beitrag von Texasgirl » Donnerstag 4. April 2013, 06:54

Hallo Michaela,
ich freue mich auch auf einen regen Austausch ueber das destillieren. Ich habe eine 5 Ltr. Alquitara Destille und beim ersten Versuch Cedar oel zu destillieren bin ich ueber die Ausbeute enttaeuscht. Werde nun die Zedernaeste im Zerkleinerer hacken und das Hydrolat vom ersten Durchlauf dem Wasser zufuegen und hoffe so etwas Zedernoel zu gewinnen.
Ich hatte 3 Liter Wasser und 436 g Zedernaeaste mit Gruenzeug dran, mehr Zedern haben nicht reingepasst.
Habe ca. 400 g Hydrolat destilliert gemaess der 1:1 destillierung. Danach soll man ja soviel Hydrolat destillieren wie man Drogen hat, wenn ich das richtig verstanden habe.
Lieber Gruss
Kornelia

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Michaela
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Re: Destillieren von Hydrolaten und äth. Ölen

Beitrag von Michaela » Donnerstag 4. April 2013, 08:07

Liebe Kornelia,

schön, daß Du auch stolze Besitzerin einer Destille bist!

Die Ausbeute an äth. Öl ist eher gering. "Gute Ausbeute" habe ich bei Lavendel, Oregano und Salbei. Bei Rosen ist es sehr wenig. Wegen der geringen Ölausbeute setzte ich mehr auf die Hydrolate. Ich beende die Destillation nachdem 2/3 des eingefüllten Wassers als Hydrolat gekommen ist. Das mit dem 1:1 bringt gerade bei Rosen nicht sehr viel.

Wenn Du Deine Zedern mit drei Litern Wasser destilierst, kannst Du locker zwei Liter Hydrolat bekommen. Sicherlich ist die Qualität der ersten Flasche am besten, das was nachkommt duftet aber noch immer herrlilch und für das Ansetzen der Lauge beim Seifen sehr gut zuverwenden. Wichtig ist nur, daß die Destille nicht trocken läuft und sozusagen anbrennt. Ist dann nicht mehr lustig beim Reinigen.

Ich habe ein Sieb, daß ich auf einem Dreibein in den Kessel stelle, so kann ich zusammen mit der Kolone mehr Material hineingeben. Manche Kräuter kann man direkt ins Wasser geben, dann ist sogar die Ausbeute größer. Ausprobieren hilft da sehr!
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Michaela


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Regina
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Re: Destillieren von Hydrolaten und äth. Ölen

Beitrag von Regina » Donnerstag 4. April 2013, 08:11

Man ist über die Ausbeute an ÄÖ vermutlich nur deshalb enttäuscht, weil die Literatur ein wenig vorgaukelt, man könne ätherische Öle produzieren.
Natürlich kann man - aber nur sehr wenig.

Man erhält durchs destillieren wunderbare Hydrolate und manchmal ein wenig ÄÖ. Ich habe beim Destillieren gelernt, dass der Preise eines guten ÄÖ mehr als gerechtfertigt ist.

@Texasgirl: Du kannst so lange destillieren, bis der PH-Wert des austretenden Hydrolates wieder steigt. Nach ein paar hundert Destillationen weiss ich, dass die Ausbeute bei den meisten Pflanzen mehr als 1:1 ist. Mit etwas Erfahrung lässt sich das auch am Geschmack festmachen. Ich lasse mir immer wieder ein Tröpfchen in die Hand laufen, wenn der Geschmack schwächer wird, soll die Destillation abgebrochen werden.
Auch die Haltbarkeit lässt sich am PH-Wert feststellen. Sobald der PH-Wert anfängt zu steigen, ist das Hydrolat zügig zu verbrauchen.
Liebe Grüße
Regina

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Re: Destillieren von Hydrolaten und äth. Ölen

Beitrag von Michaela » Donnerstag 4. April 2013, 08:43

Liebe Regina,

welche Destille hast Du denn und was destillierst Du damit?
Warum in den diversen Büchern die Hydrolatausbeute so gering angesetzt wird ist mir ein Rätsel! Es kommt immer darauf an, was man drinnen hat. Bei Lavendel schaffe ich locker 3,5 Liter mit einem Durchgang, da ist die Ausbeute recht hoch. Auch duftet das Destillationsgut nach Beendigung auch noch bei Lavender extrem gut!!! Kommt dann auf den Komposter.
Beste liebe Grüße
Michaela


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Re: Destillieren von Hydrolaten und äth. Ölen

Beitrag von Regina » Donnerstag 4. April 2013, 10:09

Ich habe zwei Destillen, beide von Herstellerangebote
eine mit Liebigkühlung und eine mit Wasserkühlung.

Relativ "viel" ÄÖ erhält man aus Samen, Thymiansamen, Brennesselsamen etc. aber das sind dann eher solche Öle, die man selten braucht.
Wenn man einen guten Lavendel erhält, erhält man auch soviel ÄÖ, dass sich das Abschöpfen lohnt. In der Regel bleibt bei mir der ÄÖ-Anteil
im Hydrolat, das erhöht Duft, Wirkung und Haltbarkeit.
Liebe Grüße
Regina

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Re: Destillieren von Hydrolaten und äth. Ölen

Beitrag von bemike » Donnerstag 4. April 2013, 10:10

Ich habe auch eine Destille :-) - eine 5 Liter Alquitara.
Ich habe sie zu Weihnachten bekommen - ein tolles Geschenk, wie ich finde :-)
Ich habe aber erst drei Mal destilliert damit - das kommt dann eher im Sommer, wenn ich eigene Kräuter habe und nicht so viele Seifen siede, weils mir zu heiß ist (wenns denn dieses Jahr auch irgendwann mal heiß wird ... *hmpf*)
Bisher habe ich Lavendel destilliert - mit einer hervorragenden Ausbeute - auch an ätherischem Öl.
Zitronenschale habe ich destilliert - das Hydrolat duftet wunderbar, aber es war zu wenig ätherisches Öl, um es abzuziehen. Aber Zitrusöle werden wohl auch eher durch Kaltpressung gewonnen - wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Und dann habe ich noch einen Himbeergeist probiert *g*
Demnächst kommt mal gemahlener Kaffee gemeinsam mit Vanille in die Destille (he, das reimt sich ja, und was sich reimt, ist gut *g*) - da erwarte ich mir aber auch keine sonderliche Ausbeute an ÄÖs.
Das kommt halt auf den Gehalt an ÄÖs aus der Ursprungspflanze an. Rosen haben nur sehr wenig. Die werden meistens doppelt destilliert und man braucht unglaubliche Mengen, dass man da wirklich was raus kriegt. Darum ist echtes ätherisches Rosenöl auch so sündhaft teuer. Aber so ein feines duftendes Rosenhydrolat als Gesichtswasser oder auch als Wasserphase für zb. eine Augencreme ist einfach wunderbar. In Seife würde ichs nicht rein kippen, wäre mir zu schade um den schönen Duft :-)
Was habt ihr noch so alles destilliert, und mit welcher Ausbeute?

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Re: Destillieren von Hydrolaten und äth. Ölen

Beitrag von christa » Donnerstag 4. April 2013, 10:19

Hallo,
Ich habe auch seit vorigen Sommer eine 5 Ltr. Alquitara Destille. War der Meinung in Österreich ist die nicht meldepflichtig.
Nachdem ich hier gelesen habe, dass dies nicht so ist, habe ich beim Finanzamt angerufen und nachgefragt.
Die sehr freundliche Dame beim Finanzamt meinte, wenn ich nichts verkaufe und auch nichts Alkoholisches damit erzeuge, wäre das schon in Ordnung.
Da sie sich aber auch nicht ganz sicher war, vermittelte sie mich weiter zum Zoll, wo ich die Auskunft bekam, dass dies schon meldepflichtig ist.
Bin froh hier über die Meldepflicht gelesen zu haben, denn wenn ich bei der Dame vom Finanzamt nicht noch extra betont hätte, dass ich aber gelesen habe, es sei meldepflichtig, wäre ich mit der ursprünglichen Auskunft zufrieden gewesen.
Möchte damit sagen, dass solche Anfragen nicht sehr häufig vorkommen und die Damen und Herren vom Finanzamt auch nicht alles wissen können.
Nun zu meinen Erfahrungen mit dem Destillieren:
Ich habe Unmengen von Kamillenblüten von den Erdbeerfeldern gesammelt (wächst in den ungespritzten Feldern als lästiges Beikraut). War irrsinnig enttäuscht, als nach vielen Stunden Arbeit nur einige blaue Flankerl Öl am Flaschenrand hängen blieb. Das gleiche Ergebnis erzielte ich mit Schafgarbe. Auch nur oberflächlichen Ölschimmer erzielte ich mit Immortelle, Majoran und Thymian. Lediglich Lavandin ergab eine schöne Ausbeute von ca. 20 ml ÄÖ.
Nach der anfänglichen Enttäuschung erfreute ich mich an den Hydrolaten, die meine Familie vielfältig nutzt.
Liebe Grüße
Christa

Titania

Re: Destillieren von Hydrolaten und äth. Ölen

Beitrag von Titania » Donnerstag 4. April 2013, 10:24

Boah, ist dieser Thread gemein!!! :u075:
Ich möchte auch sooooo gerne eine Destille haben...
Aber ich hab zum Glück von der lieben Susi jetzt erstmal genau Hydrolate bekommen,
damit komme ich erstmal eine gewisse Zeit aus. :mrgreen:
Bringen diese 0,5 Liter Destillen denn etwas?
Die darf man ja so kaufen, ohne Anmeldung...

Edit: Hier hatten wir das Thema auch schon mal: KLICK!!!

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Re: Destillieren von Hydrolaten und äth. Ölen

Beitrag von Michaela » Donnerstag 4. April 2013, 18:40

Liebe Titania,

sei doch nicht traurig, ich hatte viele Jahre auch keine Destille und mir immer eine gewünscht. Jetzt hab ich eine und Du kommst sicherlich auch bald zu einer. :smilie_girl_022:
Was die Meldepflicht in Deutschland anbelangt, kann ich Dir keine Auskauft geben, da ich in Österreich bin. Bitte informiere Dich bei Finanzamt und Zoll. Kleine Destillen sind meist meldefrei. Bitte aber unbedingt fragen!!! Wenn man keinen Alkohol destiliert ist es meist egal, aber es kann der Frömmste nicht in Frieden ruhen, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.

@ Christa
Da wenige Leute Hydrolate destillieren, ist es dem Finanzamt wurscht. Aber siehe oben, besser mit einer angemeldeten und genehmigten Destille arbeiten, als sich rechtfertigen zu müssen und womöglich auch noch Strafe zahlen.

Toll, daß Du Kamillen hast, das ist sicherlich ein gutes Hydrolat. Ätherisches Öl kommt leider nicht viel. Ich behelfe mir mir großen Materialmengen und enghalsigen Flaschen. Da sammelt sich schon was an

@ Bemike
Kaffee mit Vanille ist was interessantes. Bitte berichte uns von Deinem Ergebnis. Bis jetzt habe ich nur Einzelkräuter destilliert. Seit Jahren will ich auch einmal Weihrach durch meine Destille jagen. Bin bis jetzt noch nicht dazugekommen. Aber mit soviel Schwestern in der Destille, bin ich motiviert, meine erste Destillation in der heurigen Saison damit zu machen.

@ Regina
aus Samen habe ich bis jetzt noch nie destilliert, da ich nicht soviel Material habe. Hast Du das alles im Garten?

Allgemein zu meiner Rosenausbeute:
Ich habe zwei große Buschen Trigintipetalia und Rose de Resht im Garten, die sogar schon treiben möchten. :036: Dazu noch etliche (sehr viele) Duftrosen. Zur Vollblüte habe ich die Zeit der rauchenden Destille und destilliere manchmal sogar täglich. In meine Zehn-Liter-Destille bekomme ich etwa vier Liter Rosenblüten und habe eine Ausbeute von rund 2,5 Litern Rosenwasser, wobei ich am Anfang in 1/4 Liter Flaschen abnehme und dann in Literflaschen. Ich komme pro Saison auf etwa zehn Liter Rosenwasser und abgezogen auf etwa ein Gramm Rosenöl.
Beste liebe Grüße
Michaela


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